31 Jan

Mehr als 80 Entscheidungsträger und Spitzenfunktionäre aus der Eisenbahnbranche und Geschäftsführer heimischer Schienenbahn-Unternehmen kamen zur jährlichen Wintertagung des WKO-Fachverbandes für Schienenbahnen von 26. bis 27. Jänner in Wien, um sich über die Zukunftsgestaltung des Systems Bahn auszutauschen. Neben Digitalisierung und Automatisierung stand vor allem der Beitrag des Schienenverkehrs zur Erhaltung der vereinbarten internationalen Klimaziele im thematischen Fokus. Diese sind ohne die Stärkung der Schiene schlichtweg unerreichbar, bestätigen Experten.
Österreicher sind Bahn-Europameister

Mit 1.426 km pro Person legen die Österreicher im EU-Vergleich die meisten Bahnkilometer zurück. Außerdem steigt die Anzahl der Bahnfahrgäste kontinuierlich. Diese positive Entwicklung gilt es in den kommenden Jahren weiter zu stärken. „Zukunftsweisende technologische Innovationen werden aber nicht ausreichen, um die in Paris vereinbarten Klimaziele umzusetzen“, betonte der Obmann des Fachverbandes Schienenbahnen, Thomas Scheiber, bei der Tagung. Laut Experten des Umweltbundesamtes ist der Bereich „Verkehr“ der mit Abstand größte und wichtigste Hebel, um die Treibhausgas-Emissionen deutlich zu senken. „Hier braucht es von der Politik die nötigen Lenkungsmaßnahmen, um den Personen- und Güterverkehr auf der Schiene nachhaltig zu unterstützen“, so Scheiber.
De-Karbonisierung ist EU-Priorität

Die De-Karbonisierung – der Umstieg von fossilen Energieträgern auf Erneuerbare Energien – ist eine der Top-Prioritäten auf EU-Ebene. Diese ist ohne den Schienenverkehr nicht möglich. Scheiber: „Elektrifizierte Transportmittel zeichnen sich durch besonders hohe Effizienz aus, besonders Massentransportmittel. Speziell im Langstreckentransport ist eine Verlagerung auf die Bahn unverzichtbar.“ Nicht zuletzt habe der elektrifizierte Schienenverkehr weit höhere Kapazitäten, Erneuerbare Energien einzusetzen.