03 Feb

In einer Rede in Wiesbaden hat Richard Kühnel, Vertreter der Europäischen Kommission in Deutschland, die Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, mit mehr Zuversicht für das europäische Gemeinwesen einzutreten.  „Wir müssen unseren Zusammenhalt in Europa festigen, und mit Besonnenheit, Entschlossenheit und Mut den Herausforderungen begegnen, die vor uns liegen“, sagte Kühnel am Mittwochabend beim Neujahrsempfang des Europakomitees und der Europäischen Akademie Hessen. „Wenn wir uns der Angst und der Lust am eigenen Niedergang ergeben, haben wir schon verloren. In Österreich sagen wir: zu Tode gefürchtet ist auch gestorben.“ Es gebe keinen Anlass, die Dinge schön zu reden, aber auch keinen Anlass, die die Dinge schlecht zu reden: „Wir haben die höchste politische Stabilität und größte soziale Gerechtigkeit aller Weltregionen. Die EU ist unverzichtbar für die Lösung unserer Probleme und die Gestaltung unserer Zukunft.“

Kühnel hob die Errungenschaften von sechs Jahrzehnten europäischer Integration hervor. „Wir sind der je nach Bemessung größte oder zweitgrößte Markt der Welt, Kopf an Kopf mit den USA, mit einer hohen Wertschöpfung, exzellenten Universitäten und Forschungseinrichtungen und einem Entwicklungsvorsprung in vielen Sparten. Wir werden weltweit für unsere hohen Standards geachtet und sind für viele der Leuchtturm für eine offene Gesellschaft. Für viele sind wir daher auch ein Hoffnungs- und Zufluchtsort geworden. All das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit“, sagte Kühnel.  „Bei der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft lag unser Kontinent wirtschaftlich wie politisch noch in Trümmern. Heute herrschen Frieden und Stabilität.“